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Erneut ein voller Erfolg

Liederwanderung 2015

Fotos: Felix Altheimer, Sebastian Kinner, Melomania

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Nach dem großen Erfolg vor zwei Jahren, luden wir auch 2015 wieder zur historischen Liederwanderung ein. An diesem Musikalischen Spaziergang nahmen in diesem Jahr über 130 Gäste teil. Treffpunkt war die Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt. Nach einer Begrüßung durch unsere Vereinsvorsitzende Andrea Dinkel und dem Polizeidiener alias Bernd Schätzlein, stimmten sich alle mit dem gemeinsamen Lied "mein Vater war ein Wandersmann" auf die bevorstehende Wanderung ein.

Die erste Station, direkt neben dem Treffpunkt gelegen, war die Kirche St. Martin. Mit Charme und Witz präsentierte Schätzlein die Geschichten zu dieser historischen Stätte. Im Anschluss daran, ging es auf zum nächsten Wegpunkt, dem Pfeifer Hannes. Dargestellt wird hier der in Helmstadt geborene Hans Böhm, der als „Pfeifer von Niklashausen“ bekannt wurde. Der Hirte und Musikant, der nach einer Marienerscheinung 1476 zum Prediger avancierte und Gleichheit aller Menschen sowie die Abschaffung aller weltlichen und geistlichen Herrschaft verkündete, wurde am 19. Juli 1476 in Würzburg bei einem Schauprozess hingerichtet. Das Denkmal wurde 2007 errichtet. Die musikalischen Beiträge eröffnete der Männerchor Melomania unter der Leitung von Johannes Klüpfel, mit dem "Spielmann". Danach folgten die Gastchöre "Männerchor Holzkirchhausen", "Gesangverein Eisingen" und der "Gesangverein Leinach".

Der weitere Weg führte zur nächsten Station, dem "alten Wasserhaus". Auch hier folgten wieder passende Liedvorträge, diesmal eingeleitet von den "Femina Melomania", die ebenfalls von Johannes Klüpfel geleitet werden. Bei Kaffee und Kuchen, herzhaften Snacks und Erfrischungsgetränken konnten die Gäste sowohl den Liedvorträgen wie auch dem witzig-amüsanten Refarat des Polizeidieners lauschen, bevor sich die Truppe nach der Rast in die Schräggasse aufmachte.

Es folgte eine kleine "Brunnen-Route", vom liebevoll wiedererweckten Kettenbrunnen in der Schräggasse, von dem sich (so Schätzlein nicht ganz ernst gemeint) auf wundersame Weise ein seltener Farn bis ins Wasserschloss nach Mespelbrunn verbreitet, weiter zum Brunnen am Kies. Schon 1589 wurde dieser Brunnen als „Brunnen bei der Linden“ erwähnt, da damals auf dem Platz eine Linde stand. Mit einem Grundwasserspiegel von 13 Metern ist er der tiefste der 17 Brunnen Helmstadts. 1704 wurde der Brunnen als „Radbrunnen“ bezeichnet, da er vermutlich ein Schwungrad mit Übersetzung besaß. 1819 wurde er zu einem Pumpbrunnen umgebaut. Anlässlich der Straßensanierung wurde der Brunnen 2002 wiederentdeckt. Die Sanierung wurde aus den Erlösen des Denkmalsfests der Helmstadter Vereine im Jahr 2009 finanziert. Als letzte Quelle für Wasser und Geschichten stand der Brunnen am Anger auf dem Plan. Dass sich hier einmal das Gefängnis befand und wie die Bestrafungen damals stattfanden demonstrierte Schätzlein, indem er kurzerhand einer Teilnehmerin die Halsgeige anlegte.

Damit machte sich die Gruppe auf den Weg zur letzten Station um die Wanderung im Gasthaus Stern ausklingen zu lassen. Passend zur Scheune des Vereinswirts der Melomanen, erzählte der Polizeidiener auch hier wieder kurzweilige Geschichten vom alten Gemäuer. Bevor der erfolgreiche Tag mit dem gemeinsam gesungenen Frankenlied seinen Ausklang finden sollte, bedankte sich Andrea Dinkel bei Bernd Schätzlein mit einem Präsentkorb und bei den Vorständen und Chorleitern der Sänger und Sängerinnen mit einem Weinpräsent für ihre Beiträge. In Geselliger Runde endete eine erfolgreiche Liederwanderung, die bei allen Teilnehmern großen Anklang fand. Herzlichen Dank an alle die dabei waren, geholfen, mitgesungen oder einfach nur zugehört haben!