Ein außergewöhnliches Konzert erlebten die Zuhörer in der Karlstadter St. Johanniskirche beim Pfarrfest. Das Vocalensemble "Melomania" aus Helmstadt begeisterte mit Gospel, Rock und Popmusik.
"Melomania" lebt zum einen von ihrer großartigen Musikalität und der herausragenden Gesangskunst. Das mag ein künstlerischer Glücksfall sein, ist aber ganz gewiss auch das Ergebnis gezielter Chorarbeit, an der der Leiter Johannes Klüfpel. Dieser hat seiner Truppe ein hohes Maß an Feinarbeit angedeihen lassen. Da stimmt die sprachliche Artikulation, die insbesondere bei den fremdsprachlichen Liedern so nötig ist und vor allem da stimmt auch das gesangliche Zusammenwirken der einzelnen Register. Bei aller harten Arbeit im Vorfeld hört man aber auch die Kraft, das Gefühl und die Freude der knapp 20 Frauen und Männer an ihrem Gesang, eine innere Begeisterung, die augenblicklich auf die Zuhörer überspringt.
Die Literaturauswahl ist vorwiegend modern und reicht von Pop über Rock bis hin zum traditionellen Gospel. Sie ist aber auch - ganz im Zeichen der Zeit - extrem "englisch-lastig". Da gibt es zum Einzug das kraftvolle, "Open the Eyes", das sowohl mit markanten Passagen als auch leisen Tönen unter die Haut geht, später ein mächtiges, mitreißendes Bekenntnis "Lord reign in me" und ein variationsreiches "Kyrie". Stücke mit hohem Wiedererkennungswert sind "The Rose" nach Bette Midler, "Tears in Heaven" von Eric Clapton und "Someone like you" von Adele.
Musikalische Leckerbissen aber waren der groovende Soul "Waiting for the Lord" mit einer tollen Soloeinlage und das fetzige "Schick dein Gebet zum Himmel". Die Absicht des Konzerts beschrieb der Moderator Sebastian Kinner am besten mit dem Lied "Himmel im Ohr", dem der Chor seinen Gästen den Glauben, den Himmel ins Ohr zaubern wollte.
Die Gruppe Melomania aus Helmstadt war schon bisher in Karlstadt nicht unbekannt. Beispielsweise gestaltete sie auch den Eröffnungsgottesdienst beim letztjährigen "Umsonst und draußen" aktiv mit. Es wird wohl auch nicht der letzte Auftritt sein. Stehender Beifall begleitete nach Ende des Vortrags die Sänger aus der Kirche.
Anschließend traf sich die Pfarrgemeinde zum Dämmerschoppen im abendlichen Pfarrgarten.
Foto: Günter Roth (Mainpost)





