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(ler) Ein Fest mit drei Chören war dieses Jahr der Ghana-tag, zu dem der Verein Paul e.V. am Samstag eingeladen hatte. Doch bereits vor deren Auftritt hatten die Besucher Gelegenheit, an den vielen Ständen Erzeugnisse aus Ghana zu erwerben sowie Kuchen und Kaffee zu genießen.
Es gab Handarbeiten, Schmuck und Trudels Weihnachtsflohmarkt, aber man konnte sich auch über Hilfsprojekte in Ghana informieren. Erinnert wurde an die großzügige Unterstützung der Straßenkinder in der Hauptstart Accra, deren Schicksal bereits Paul Schauber, den verstorbenen Gatten der Vorsitzenden Gertrud Schauber, veranlasste, sein Honorar für die Beschneidung von Obstbäumen zu spenden.
Bei der Begrüßung der Gäste in der voll besetzten Dreschhalle erinnerte die Vorsitzende an die Zeit nach dem Krieg: „Uns wurde auch geholfen, aber jetzt sind wir dran!“ Sie zeigte auf einer Landkarte, dass Ghana so groß ist wie Deutschland vor der Wiedervereinigung, aber nur 22 Millionen Einwohner hat. Seit dem Jahre 1996 kümmere der Verein Paul sich um die Straßenkinder, deren Zahl sich jetzt auf 30 000 erhöht habe. Besonders zurückgeblieben sei der hohe Norden, wo sich ihre Tochter Almut besonders um die Frauen bemüht habe, die praktisch rechtlos waren. Ghana sei zwar ein demokratischer Staat, aber Gesetze würden dort kaum beachtet. So habe man vor allem ein Witwenprojekt in Angriff genommen. Nun gebe es dort ein Schutzhaus für Frauen wie in Accra, auch Mädchen könnten in die Schule gehen. Es sei ein Ziel von Paul e.V., in ländlichen Gebieten das Alltagsleben attraktiver zu gestalten, um die Abwanderung in die Städte zu verringern. Es sei jetzt gelungen, eine Radiostation in Accra einzurichten, die hilfreiche Aufklärung betreibe und die den Namen „Almut-Schauber-Studio“ habe.
Besonders erfreulich ist, dass sich Schüler in Kreuzwertheim und Dorfprozelten der Schulkinder in Ghana annehmen. So überreichte eine Schülerin der Verbandsschule Kreuzwertheim Schauber eine Spende von 368 Euro aus dem Taschengeld der Kinder für Schreibtafeln. Dorfprozeltener Schüler veranstalteten einen „Afrika-Schwerpunkt“ mit einem Basar sowie Solidaritätslauf und konnten 600 Euro aufbringen. Hier habe sich besonders Lehrerin Gabi Franke eingesetzt. Stellvertretender Bürgermeister Edgar Schaefer befand es besonders wertvoll, dass hiesige Schüler zur Hilfe für ihre Altersgenossen aus Ghana bereit seien.
Gertrud Schauber hieß die drei Gastchöre „Femina Melomania“ aus Helmstadt, „Stimm Art“ aus Collenberg und „Con Brio“ aus Faulbach willkommen, die nun den Saal klangfreudig auch mit afrikanischen Liedern erfüllten. Zuerst sang der Damenchor aus Helmstadt mit Dirigent Johannes Klüpfel, der sich gleich ans Klavier setzte und das Lied „Gott segne Afrika“ begleitete. Auch ein Trommler war dabei. Gesungen wurde afrikanisch und eine Sängerin machte darauf aufmerksam, dass die Lieder durch das Elend der Menschen geprägt seien, wenn etwa um versklavte Kinder geweint werde, so in „Trockne deine Tränen“. Der gemischte Chor aus Collenberg sang unter anderem das Lied „Let there be peace on earth“, wie auch beim Damenchor aus Helmstadt in vorbildlicher Harmonie. Im weiteren Programm der Chöre folgten Schlager aus den fünfziger und sechziger Jahren mit Klavier- und Trommelbegleitung über Abba-Melodien bis hin zu „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Da sang im Refrain der ganze Saal mit „Alles, alles geht vorbei, doch wir sind uns treu!“





