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Ein Tag voller Musik: Unser Melo-Ferienprogramm 2026

Kinder und Besucher beim gemeinsamen Abschluss des Melo-Ferienprogramms 2026 auf dem Festplatz Helmstadt
Zum gemeinsamen Abschluss füllte sich der Festplatz: Rund 80 bis 90 Erwachsene sowie zahlreiche Geschwisterkinder verfolgten die Auftritte der Ferienkinder auf der SingBus-Bühne.

Knapp 50 Kinder, der SingBus und ein Festplatz voller Musik

Am Ende standen sie alle auf der SingBus-Bühne. Kinder, die morgens noch in vier Gruppen über den Festplatz verteilt waren, sangen nun gemeinsam vor Eltern, Großeltern, Geschwistern und vielen weiteren Gästen. Manche hielten ihre selbst gebastelten Rasseln in der Hand, andere konzentrierten sich auf den Text – und spätestens in diesem Moment war klar, warum sich die ganze Vorbereitung gelohnt hatte.

Unser Melo-Ferienprogramm am 10. August war in diesem Jahr der Auftakt der Ferienangebote in Helmstadt. Trotz drei kurzfristiger Absagen blieb das Angebot durch Nachrücker mit knapp 50 Kindern praktisch vollständig besetzt. Für uns war das schon vor dem ersten Ton ein schönes Zeichen dafür, wie gut die Idee angenommen wurde.

Der SingBus wird zum Experimentierfeld

Wir hatten den SingBus der Deutschen Chorjugend auf den Festplatz geholt. Zum Team gehörten Tamino Weingärtner und die Musikpädagogin Karo Lindt aus Mannheim.

Kinder auf der SingBus Bühne mit Karo LindtWährend Karo mit den Kindern in kleinen Gruppen spielerisch Stimme, Bewegung und Gesang erkundete, machte Tamino die Sing- und Klingausstellung zu einem kleinen Experimentierfeld für alles, was mit Stimme, Hören und Rhythmus zu tun hat.

Da gab es etwa ein abstraktes Kehlkopfmodell, an dem die Kinder sehen konnten, wie Töne entstehen und warum manche hoch und andere tief klingen. In ein Ohrmodell konnte man sich gleich hineinbegeben und nachvollziehen, was Trommelfell und Gehör eigentlich leisten. In der Singdusche wurde ausprobiert, warum die eigene Stimme im Badezimmer plötzlich anders klingt.

Besonders faszinierend war das Rhythmus-Roulette: Mit Magneten ließen sich unterschiedliche Klänge auf einer Scheibe platzieren. Die Kinder konnten ihren eigenen Namen aufnehmen und anschließend als Teil ihres selbst gebauten Rhythmus wieder hören. Musiktheorie war das irgendwie auch – nur merkte es niemand.

Klatschen, basteln und Stempel sammeln

Bodypercussion und Cup SpieleParallel dazu liefen unsere eigenen Stationen. Bei der Musikstation wurde geklatscht, gestampft, getanzt und mit Bodypercussion experimentiert. Es ging nicht darum, einen perfekten Rhythmus abzuliefern, sondern darum, gemeinsam hineinzufinden und zu merken, dass Musik auch ganz ohne klassisches Instrument beginnt.

An der Bastelstation entstanden dann tatsächlich Instrumente. Mit Walnüssen, Reis, Karton, Linsen und kleinen Klingeln bauten die Kinder Rasseln und Rhythmusinstrumente für den späteren Abschluss. Wer fertig war, konnte malen, spielen oder sich ein Wasser- beziehungsweise Glitzertattoo aussuchen.

Besonders unser Melo hatte an diesem Tag offenbar seinen ersten echten Praxistest bestanden: Auf erstaunlich vielen Kinderarmen tauchte im Laufe des Tages unser blaues Maskottchen auf. Viel Marktforschung war danach eigentlich nicht mehr nötig.

Ein weiteres kleines Experiment waren die Sammelpässe. Jede besuchte Station brachte einen Stempel, eine volle Karte am Ende eine kleine Überraschung. Wir hatten eher damit gerechnet, gelegentlich ans Stempeln erinnern zu müssen. Das Gegenteil war der Fall: Die Kinder wussten ziemlich genau, wo ihnen noch etwas fehlte, und forderten ihre Stempel zuverlässig ein.

Als Belohnung konnten sie später zwischen Ballons, Armbändern, Notizblöcken, Bleistiften und Radiergummis mit Musikbezug wählen.

Wenn aus Leerlauf plötzlich Würfeljagd wird

Kinder beim WürfeljagenNatürlich bestand ein Ferientag mit knapp 50 Kindern nicht nur aus konzentrierten Workshops. Nach der ersten Runde kam bei uns der beruhigende Gedanke auf: Jetzt funktioniert es.

Und sobald irgendwo zu viel Leerlauf entstand, kam zuverlässig die Gegenprobe. Dann wurde es quirlig und entsprechend lauter. Eine spontane Lösung war ein Spiel mit den großen Sitzwürfeln des SingBus: Mehrere Gruppen versuchten, sich gegenseitig die Würfel abzujagen. Pädagogisch bis ins letzte Detail ausgearbeitet war das vermutlich nicht. Beschäftigt waren anschließend allerdings alle.

Die Mittagspause brachte Wiener Würstchen und Brötchen auf den Tisch und vor allem Gelegenheit zum Durchatmen. Bei der großen Hitze merkte man den Kindern im Laufe des Nachmittags zunehmend an, dass bereits einige Stunden Programm hinter ihnen lagen. Umso bemerkenswerter war, wie konzentriert sie später noch einmal wurden.

Von der Babytuba bis zum Saxophon-Getränkehalter

Aalbachtaler Schuelerkapelle InstrumentenratenBevor die Kinder selbst auf die Bühne gingen, gehörte sie zunächst der Aalbachtaler Schülerkapelle unter Leitung von Tim Schneider. Rund 15 Musikerinnen und Musiker waren gekommen.

Vor dem eigentlichen Konzert durften die Kinder ihre Instrumente kennenlernen. Was ist das? Wie klingt es? Ist es schwer? Kann es schwimmen?

Ein Horn wurde kurzerhand als Tuba identifiziert, worauf man sich schließlich auf den diplomatischen Begriff „Babytuba“ einigte. Beim Saxophon stellte sich außerdem heraus, dass es neben seinen musikalischen Fähigkeiten offenbar auch als Getränkehalter taugt. Nur die Schlagzeugerin hatte es etwas schwerer, als sie ihr Instrument – wie zuvor alle anderen – einmal kurz hochheben sollte.

Danach wurde es musikalisch. Die Aalbachtaler spielten stimmungsvolle Blasmusik zum Mitschunkeln. Besonders gefreut hat uns, dass viele Eltern und Besucher bereits dafür auf den Festplatz kamen und nicht erst wenige Minuten vor dem Auftritt der eigenen Kinder.

Am Ende waren rund 80 bis 90 Erwachsene sowie weitere Geschwisterkinder da. Der Platz füllte sich – und aus einem Ferienprogramm wurde für eine Weile ein kleiner musikalischer Treffpunkt.

Dann gehörte die Bühne den Kindern

Dann kam der Moment, auf den die Kinder den ganzen Tag hingearbeitet hatten.

Unter der Leitung von Karo Lindt kamen die Gruppen nacheinander auf die SingBus-Bühne und präsentierten „Anders als du“, „Zwei Wölfe“, „Das Lied über mich“ und „Stark, stärker, wir“. Im Refrain kamen auch die selbst gebastelten Instrumente zum Einsatz.

Besonders schön war zu sehen, dass die Kinder trotz der langen Zeit zwischen Probe und Auftritt erstaunlich viel behalten hatten und mit großer Motivation auf der Bühne standen.

Für uns war genau dieser Abschluss der Moment des Tages: die Kinder vorne, dahinter ein voller Platz mit stolzen Eltern, Großeltern, Geschwistern und weiteren Gästen. Viel mehr musste man über die Resonanz eigentlich nicht sagen.

Viele Hände für einen langen Tag

Dass der Ablauf nahezu so funktioniert hat, wie wir ihn geplant hatten, war keineswegs selbstverständlich. Viel Vorbereitung steckte in diesem Tag, und natürlich lief auch hinter den Kulissen nicht jede Kleinigkeit reibungslos. Entscheidend war, dass alle Beteiligten flexibel blieben und Lösungen fanden.

Das Zusammenspiel zwischen unserem Team, dem SingBus und den Aalbachtalern funktionierte ausgesprochen unkompliziert und kollegial. Rückmeldungen wie „super organisiert“ oder „es hat sehr viel Spaß gemacht“ waren nach einem solchen Tag natürlich besonders schön zu hören.

Ohne unsere acht bis zehn eigenen Helferinnen und Helfer wäre ein solcher Tag nicht machbar gewesen. Ebenso danken wir der Gemeinde Helmstadt, der Deutschen Chorjugend und allen weiteren Beteiligten sowie der Metzgerei Müller und der Bäckerei Schäfer für ihre großzügige Unterstützung.

Dass auch Kinder und Mitwirkende aus den umliegenden Gemeinden dabei waren, hat den Tag zusätzlich bereichert.

Und die Musik geht weiter

Wer beim Ferienprogramm gemerkt hat, dass gemeinsames Singen Spaß macht, ist nach den Sommerferien herzlich eingeladen, unseren Chornachwuchs kennenzulernen. Ab 22. September geht es wieder los; Schnupperkinder sind ausdrücklich willkommen. Die aktuellen Informationen zu den Gruppen und Proben veröffentlichen wir auf unserer Website.

Nach einem langen, heißen und ziemlich intensiven Tag bleibt bei uns vor allem ein Eindruck: Es hat funktioniert. Nicht, weil alles von selbst lief, sondern weil viele Menschen gemeinsam dafür gesorgt haben.

Und weil knapp 50 Kinder gezeigt haben, wie schnell aus Neugier, ein paar Tönen und viel Ausprobieren echte gemeinsame Musik werden kann. 

zu den Fotos

Fotos: Paula-Jo Ihle und Sebastian Kinner