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Freude an Musik sorgt für Freude bei Aids-Waisen

Gelungenes Benefizkonzert: Vocalensemble Melomania überzeugte mit seinem Auftritt in der Klosterkirche

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Bronnbach Ein mitreißendes Benefizkonzert zugunsten von Aids-Waisenkindern in Sambia faszinierte am Samstagabend weit über 200 Besucher in der Klosterkirche Bronnbach. Das Vocalensemble Melomania Helmstadt, bestehend aus 21 Frauen, zehn Männern, dem Schlagzeuger Reinhard Kitzing sowie seinem Chorleiter und leidenschaftlichen Jazz-Pianisten Johannes Klüpfel, brillierte mit packenden, aber auch bedachten Liedern aus Gospel, Rock und Pop.

Frühling in Bronnbach mit wärmenden Sonnenstrahlen, vor der Orangerie erwiesen sich die Forsythien in dottergelber Blütenpracht als Blickfang, die Rosskastanie vor dem Portal zeigte bereits zartes Blattgrün. Drinnen, in der Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters war es eiskalt. Gänsehaut bekamen die Besucher aber nicht wegen der Kälte! "Halleluja Mantra", erinnernd an einen gregorianischen Choral zogen die schwarz gewandeten Sängerinnen und Sänger an den Außenmauern der Kirche entlang ein, bedächtigen Schrittes und dennoch zielstrebig hin zu den Stufen des Altars.

"Der ewige Kreis - The Circle of Life" wurde von Elton John geschrieben und symbolisiert den Kreislauf des Lebens. Das Vocalensemble zeigte gerade bei diesem Stück nicht nur, welche Freude Chorgesang bereiten kann, sondern dass Musik auch Freude am Leben bedeutet.

Mit dem Lied "Put a Little Love in your Heart" eroberten die Sängerinnen und Sänger die Herzen ihrer Zuhörer schon nach wenigen Minuten. Gleichzeitig stellte der Chor mit einer bemerkenswerten Leistung seine gesanglichen Qualitäten unter Beweis.

Würdig im altehrwürdigen Gotteshaus war die Interpretationen von "Herr, erbarme dich", "Schick dein Gebet zum Himmel", "Ein Licht ist in dir geboren" und "Heilig ist der Herr".

"Em Kuai", das ist der respektvollste Gruß in der Bemba-Sprache. Anita Bartsch, Vorsitzende des Fördervereins für schulische Ausbildung mit individueller beruflicher Ausprägung, kurz Sambia genannt, freute sich, dass so viele Menschen zum Projekt "Melomania for Sambia" gekommen waren. Wie sie erklärte, unterstütze sie mit ihrem Mann seit über zehn Jahren zwei Patenkinder aus Sambia, die ein befreundeter Missionar der "Weißen Väter" vermittelt hat. Sie habe in Sambia in Begleitung einer Kloster-Schwester des Franziskanerordens deren Missionsstätten besucht und dabei viel über die Lebensumstände von Aids-Waisen erfahren.

Zurück in der Heimat habe einen Förderverein gegründet, um für Aids-Waisenkinder die Schulausbildung zu bezahlen, informierte Anita Bartsch weiter: "Damit diese eine Chance auf ein besseres Leben in ihrer Heimat haben und nicht als Boatpeople im Mittelmeer ertrinken."

Den Sambia-Verein gibt es seit drei Jahren. Er zählt 70 Mitglieder. Was mit den Spenden passiert, konnten die Konzertbesucher anhand eindrucksvoller Lichtbilder sehen: Neubau einer Schule, Nähprojekt und Errichtung eines Brunnens.

Afrika stand im Mittelpunkt des Benefizkonzerts. Da durfte der Titel "Africa" von der Rockband "Toto" aus dem Jahr 1977 nicht fehlen. Die Zerstörung der Erde durch den Menschen prangerte Michael Jackson mit seinem "Earth Song" an. Melomania griff dieses Thema stimmgewaltig auf. Die begabten Allrounder aus Helmstadt können sogar Schwedisch. Mit "Gabriellas sang" aus dem Film "Wie im Himmel" zauberten sie ein Schmunzeln in die Gesichter der frohgestimmten Konzertbesucher.

Im wahrsten Wortsinn waren die Gäste am Ende von den Stühlen gerissen, klatschen begeistert zu den Liedern und feierten das Vocalensemble mit viel Applaus. Als flotte Zugabe präsentierten die Sängerinnen und Sänger den Ohrwurm der Les Humphies Singers "We are going down" und zum großen Finale heißer Rhythmen einen grandiosen Gospel aus der Feder des Kanadiers Leonhard Cohen: "Hallelujah!"

Die musikalische Botschaft aus Helmstadt ist in Bronnbach bei den Konzertbesuchern auf angenehme Art angekommen: Freude an der Musik und letztendlich Freude für Aids-Waisenkinder in Sambia, die durch Spendengelder Hilfe erhalten. hw

Foto: Watzka | Fränkische Nachrichten | Artikel auf fnweb.de