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Volksmusik und Heavy Metal

Stürmischer Chorauftritt auf der Landesgartenschau

Chorleiter Johannes Klüpfel hat alles im GriffWie die Kinder des Gesangvereins Melomania am Tag zuvor, begaben sich am Sonntag, den 23. September 2018 dann auch dessen Erwachsenen Chöre unter der Leitung von Johannes Klüpfel auf eine Reise. Keine musikalische Weltreise wie der Nachwuchs am Vortag, aber ein Ausflug in die verschiedenen Musikrichtungen.

Einen reichhaltigen Schatz an Liedern nennt der Männerchor sein Eigen. Stücke namhafter Komponisten wie z.B. Mozart, Mendelssohn und Schubert, aber auch Heimat-, Seemanns- und Berglieder präsentiert der ursprünglichste der Melomania Chöre gekonnt. Einen Querschnitt hieraus gaben die Männer im Konzert auf der Landesgartenschau unter dem passenden Titel „Querbeet“.

Dem widrigen Wetter zum Trotz versammelten sich einige Zuhörer am Stadt-Land-Wü-Pavillon des Landkreises Würzburg um den Beiträgen zu lauschen. Für den ersten Aha-Effekt sorgte der Titel der russischen Klosterlegende „die 12 Räuber“. Hierbei brillierte Klaus Rappelt als Solist, eingerahmt von den kräftigen Männerstimmen des Chores.

Einen rasanten Stimmungswechsel vollzogen die Herren mit dem darauf folgenden Titel „der Spielmann“ von Arnold Kempken. Sie trugen die heitere Stimmung weiter und mit dem Frühlingslied „hinein in die blühende Welt“ hätte man fast meinen können, wollten sie den angekündigten Sturm bereits im Keim niedersingen.
Dass sich die Damen des Vereins, Femina Melomania, mit Spaß und Freude zum Singen treffen, konnte man ihnen deutlich anmerken. Auch wenn Musicalmelodien, Schlager, Evergreens, Madrigale, Taizélieder, Volkslieder, Choräle, afrikanische Lieder u.v.m. zu ihrem Repertoire gehören, verfolgte Chorleiter Johannes Klüpfel mit der konsequenten Aufführung des traditionellen Liedgutes bzw. des Volksliedes einen Beitrag zur Bewahrung von Tradition und Brauchtum.

Passend war hierbei nicht nur die Tracht der Frauen, auch den richtigen musikalischen Einstieg fanden die Femina Melomania mit der Volksweise „Waldkonzert“. Mit ihren weiteren Stücken „Kein schöner Land in dieser Zeit“, „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ und „Freiheit die ich meine“, die allesamt äußerst harmonisch und wohlklingend dargeboten wurden, lockten Sie weitere Zuhörer zum Pavillon. Nach den Titeln „Ich stehe im Waldesschatten“ und „Untreue – In einem kühlen Grunde“ endete der erstklassige Auftritt der Damen des Gesangvereins.

Inzwischen machte die Nachricht die Runde, dass das Gelände der Landesgartenschau in Kürze geräumt werden müsse. So sang das Vocalensemble Melomania, die dritte und jüngste Sangesgruppe der Erwachsenenchöre des Melomania, mit dem aufkeimenden Sturm um die Wette.
Give a little bit, Titel des Hits der Gruppe Supertramp und Einstiegslied des Vocalensembles, stand dabei fast als Bitte um mehr Zeit an diesem stürmischen Sonntag. Ein kleines Stück Völkerverbindung gelang den Sängerinnen und Sängern mit dem zweiten Titel, dem schwedischen Stück „Gabriellas Sang“. Sichtlich berührt, Musik in ihrer Landessprache zu hören, sang ein schwedisches Paar im Publikum den Titel mit. Der Liebeszauber aus dem Musical „König der Löwen“ wurde vom Chor und den Solisten Celine Lober, Klaus Rappelt und Sebastian Kinner gesanglich erzählt und auch den Titel „Love is a wonderful thing“ bereicherten die Soloeinlagen von Celine Lober und Klaus Rappelt.

Rockig und zart ging es mit den nächsten Stücken weiter. Dass man auch Heavy Metal im Chor singen kann, bewiesen die schwarz gekleideten Melomanen mit dem kraft- und gefühlvoll vorgetragenen „Nothing else matters“. Ebenso kräftig forderten sie mit Bill Withers‘ „Lean on me“, die immer mehr werdenden Zuhörer auf, sich in schlechten Zeiten eine kräftige Schulter zu suchen. Mit dem eher unbekannten Stück „One Life Can Make a Difference“ zeigten sie passend zur Landesgartenschau, dass aus etwas kleinem, etwas ganz großes werden kann. Nach dieser gefühlvollen Ballade packte das Vocalensemble das Publikum nochmals Rhythmisch mit Jackie DeShannons „Put a little love in your heart“. Ob es am Gesang lag, das weiß man nicht. Aber inzwischen konnte eine leichte Entwarnung für den Sturm gegeben werden und auch das Gelände musste nicht mehr während des Auftritts geräumt werden. Als Zugabe und vorsorgliches Danklied sang die Gospel-, Rock- und Pop-Truppe aber noch das „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Es schien wie eine Antwort, dass bei diesem Stück der Himmel noch ein kurzes Mal aufbrach und die Sonne hervortrat. Die zahlreichen Zuhörer dankten den Chören mit langanhaltendem Applaus.

zu den Fotos

Fotos: Melomania (Sebastian Kinner)
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